Lorenzo Musetti steht im Finale des Grand Prix Auvergne-Rhône-Alpes in Lyon. Im Halbfinale besiegte er Flavio Cobolli, die Nummer 6 der Welt, mit 4:6, 6:2, 7:5. Heute um 14:30 Uhr trifft er auf Taylor Fritz, der das andere Halbfinale gegen Tommy Paul mit 6:3, 7:5 gewann.
Das Match gegen Cobolli war ein echtes italienisches Derby und wurde zur Aufholjagd. Musetti verlor den ersten Satz 4:6, schaltete im zweiten einen Gang hoch und gewann ihn 6:2, den dritten holte er mit 7:5. Es ist sein zweiter Sieg gegen Cobolli in zwei Duellen: Der erste kam in der dritten Runde der US Open 2025, 6:3, 6:2 mit Aufgabe des Gegners beim Stand von 2:0 im dritten Satz.
Das Ergebnis zählt auch für die Rangliste. Musetti ist die Nummer 26 der ATP-Rangliste mit 2.035 Live-Punkten, darin enthalten die 165 Punkte für das Finale. Mit dem Titel käme er auf 2.120. In den kommenden sechs Wochen muss er 215 Punkte verteidigen, jede zusätzliche Runde zum Saisonende hilft also: Gegenüber dem 27. Juli hat er 11 Plätze verloren, nachdem er am 3. August 2026 mit Platz 13 sein Karrierehoch erreicht hatte.
Musettis Woche in Lyon begann mit einem 6:1, 6:4 gegen Matteo Arnaldi zum Auftakt. Im Achtelfinale schlug er Moïse Kouamé 6:4, 6:4, im Viertelfinale setzte er sich gegen Luca Van Assche mit 7:6(5), 6:7(7), 6:4 durch, das längste Match seines Weges vor dem Duell mit Cobolli.
Das Viertelfinale gegen den Franzosen verdient einen Rückblick. Musetti gewann den ersten Satz im Tie-Break, verlor den zweiten ebenfalls im Tie-Break mit 7:9 und entschied alles im dritten mit 6:4. Es ist eine treffende Zusammenfassung einer Woche, in der das Turnier 26 Spiele, 16 Tie-Breaks und 12 Partien mit Entscheidungssatz gesehen hat.
Auf der anderen Seite des Netzes steht ein Gegner mit mehr als einem Finale im Lebenslauf. Der 29-jährige Taylor Fritz erreichte das Endspiel, indem er alle drei Spiele seit dem Achtelfinale in zwei Sätzen gewann: 6:2, 7:5 gegen Pierre-Hugues Herbert, 7:6(5), 6:2 gegen Daniel Altmaier im Viertelfinale und 6:3, 7:5 gegen Tommy Paul im Halbfinale.
Für Fritz ist es eine Saison mit Höhen und Tiefen. 2026 gewann er das 500er-Turnier in Washington und erreichte die Viertelfinals in Wimbledon und Cincinnati, schied bei den jüngsten Turnieren aber früh aus: dritte Runde in Schanghai, wo er gegen Stefanos Tsitsipas 3:6, 7:5, 6:3 verlor, und dritte Runde auch in Tokio gegen Jaume Munar. In seinen letzten zehn Spielen steht er bei sechs Siegen und vier Niederlagen, genau wie Musetti.
Die direkten Duelle sprechen für den Italiener: Musetti führt 2:1. Fritz gewann das erste Aufeinandertreffen in der ersten Runde von Wimbledon 2022 mit 6:4, 6:4, 6:3. Danach folgten zwei Siege von Musetti: die zweite Runde des Masters 1000 in Monte-Carlo 2024 mit zweimal 6:4 und vor allem das Viertelfinale von Wimbledon 2024, gewonnen mit 3:6, 7:6(5), 6:2, 3:6, 6:1 in fünf Sätzen. Laut den Daten der Seite haben sie seither nicht mehr gegeneinander gespielt.
Die Zahlen erzählen zwei unterschiedliche Karrieren. In den Saisons 2021 bis 2025 kommt Fritz auf 175 Siege und 81 Niederlagen, also 68 Prozent, mit 6 Titeln und 10 Finals auf der Haupttour. Musetti hat im gleichen Zeitraum 131 Siege und 106 Niederlagen, 55 Prozent, mit 2 Titeln und 8 Finals. 2025 lagen ihre Bilanzen nah beieinander, 44 Siege und 20 Niederlagen für Musetti, 44:19 für Fritz, doch der Amerikaner gewann 2 Titel, der Italiener keinen.
Auf Hartplatz in der Halle, dem Belag in Lyon, sprechen die Zahlen nicht für Musetti. Fritz steht in den abgeschlossenen Saisons 2021 bis 2025 bei 12 Siegen und 11 Niederlagen in der Halle, Musetti bei 17 und 21. Für die Gegenwart sagt das wenig, erinnert aber daran, dass der Italiener etwas Zusätzliches leisten muss, um den Rhythmus eines Spiels auf schnellem Belag zu brechen.
Das Turnier brachte Italien eine besondere Woche. Fünf Italiener standen im Feld, Musetti ist als Einziger noch im Rennen. Matteo Arnaldi verlor zum Auftakt gegen ihn, Lorenzo Sonego schied gegen Moïse Kouamé mit 6:7(2), 4:6 aus und Matteo Berrettini unterlag Kyrian Jacquet mit 6:7(4), 5:7. Cobolli war weiter gekommen als die anderen, bis ins Halbfinale.
Für Cobolli wiegt die Niederlage in der Rangliste wenig, bei der Moral aber viel. Er hatte das Halbfinale erreicht, indem er Stan Wawrinka im Achtelfinale 6:2, 6:4 und Brandon Nakashima im Viertelfinale 4:6, 6:4, 6:4 schlug, nach einem Halbfinale in Cincinnati und einem Viertelfinale in Wimbledon. Mit 3.740 Live-Punkten, darunter die 100 für das Halbfinale, ist er die Nummer 6: Vor ihm liegt Daniil Medwedew, 20 Punkte voraus.
Das Turnier hatte auch abseits der Italiener überraschende Momente. Das Spiel mit den meisten Games war Daniel Altmaier gegen Titouan Droguet, vom Deutschen 5:7, 7:6(4), 7:6(3) in 38 Games gewonnen, während Corentin Moutet in der ersten Runde Ugo Humbert 6:2, 6:7(5), 7:6(4) schlug, bevor er im Viertelfinale an Tommy Paul scheiterte. Die Seite vermerkt außerdem, dass kein Satz 6:0 endete und es im gesamten Turnier keine Aufgabe gab.
Was ist zu erwarten? Musetti hat im direkten Vergleich die Nase vorn und kommt mit zwei Siegen im dritten Satz in vier Runden, was viele Stunden auf dem Platz bedeutet, aber auch Vertrauen in lange Spiele. Fritz erreichte das Finale, indem er alle drei Spiele seit dem Achtelfinale in zwei Sätzen gewann: ein körperlicher Vorteil, der zum Saisonende zählen kann. Der Sieger erhält 250 Punkte, der Finalist 165.
Gewinnt Musetti, steigt er auf 2.120 Live-Punkte und beendet ein 2025 ohne Titel, das drei verlorene Finals und 44 Siege enthielt. Für Fritz wäre der Erfolg 3.130 Live-Punkte wert und würde seine Position im oberen Teil der ATP-Rangliste festigen.
Wie auch immer es ausgeht, das Finale schließt eine Woche, die Musettis guten Saisonendspurt bestätigt: zwei Siege im dritten Satz, gegen Van Assche und Cobolli, und die Chance, Lyon mit einem Pokal zu verlassen. Seine Platzierung hängt stark davon ab, was in den nächsten sechs Wochen passiert, mit 215 Punkten zu verteidigen.
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1. Wen schlug Musetti im Halbfinale von Lyon?
2. Wie lautete das Ergebnis des Halbfinales?
3. Wie steht der direkte Vergleich zwischen Musetti und Fritz?