Ekaterina Alexandrova steht im Viertelfinale der Ningbo Open, eines WTA-500-Turniers auf chinesischem Hartplatz, ohne das Match zu Ende gespielt zu haben. Im Achtelfinale am Mittwoch, 21. Oktober, gewann die Russin den ersten Satz 6:4 gegen Marta Kostyuk, die Nummer 10 der Welt, und die Ukrainerin gab auf. Im Turnierbaum steht das Ergebnis als 6:4 Aufg.
Laut Associated Press kam die Aufgabe nach einer medizinischen Auszeit. Kostyuk konnte also keine Aufholjagd mehr versuchen, und Alexandrova, derzeit Nummer 33 der WTA-Rangliste mit 1.696 Live-Punkten, beendete die Runde in nur einem Satz. Für sie zählt das: Das Viertelfinale bringt 105 Punkte, das Achtelfinale 55.
Die größere Nachricht betrifft jedoch das Rennen um die WTA Finals. Mit Kostyuks Aufgabe hat Karolina Muchova den letzten Einzelplatz beim Saisonfinale gesichert, das vom 8. bis 15. November in Indian Wells in Kalifornien stattfindet. Die WTA hatte erklärt, Kostyuk müsse in Ningbo das Finale erreichen, um zu verhindern, dass Muchova, die diese Woche nicht spielt, das Ticket löst. Das Turnier der Ukrainerin endete im Achtelfinale, und die Tschechin konnte feiern, ohne einen Schläger in die Hand zu nehmen.
Die anderen sieben Einzel-Qualifikantinnen sind Elena Rybakina, Aryna Sabalenka, Mirra Andreeva, Jessica Pegula, Coco Gauff, Elina Svitolina und Linda Noskova. Auch Iga Swiatek war im Rennen um einen Platz, zog sich aber wegen eines Oberschenkelproblems aus Ningbo zurück und sagte, ihre Saison sei beendet. Für Muchova ist es ein weiterer Meilenstein in einem besonderen Jahr: Sie stand im Wimbledon-Finale gegen Noskova und gewann anschließend an ihrer Seite den Billie Jean King Cup für Tschechien.
Zu Kostyuk ist die Quelle die Spielerin selbst. Die Ukrainerin hatte schon die Billie Jean King Cup Finals im September wegen eines Handgelenkproblems verpasst. Nach der Aufgabe schrieb sie in den sozialen Medien, wie die Associated Press berichtet: „Der Schmerz im Handgelenk ist zurückgekehrt, und so gern ich weiterspielen möchte, weiß ich, dass ich ihm mehr Zeit zur Erholung geben muss." Dem fügen wir nichts hinzu: Sie spricht für sich.
Bleibt das Bild einer für Kostyuk sehr guten Saison. Sie ist derzeit Nummer 10 mit 3.920 Punkten, ihrer Karrierebestmarke, erreicht am 14. September 2026. Sie stand im Wimbledon-Halbfinale, das sie 4:6, 4:6 gegen Noskova verlor, und schlug ausgerechnet Alexandrova 6:3, 6:2 in der dritten Runde der US Open. Die letzten Wochen waren schwieriger: In ihren letzten zehn Spielen gewann sie vier und verlor sechs, mit Niederlagen gegen Maria Sakkari in Wuhan und Liudmila Samsonova in Guadalajara.
Für Alexandrova hat das Bild zwei Seiten. Die 31-jährige Russin erreichte am 14. August 2026 mit Platz 18 ihre Bestmarke und hat seit dem 27. Juli 14 Plätze verloren. 2025 beendete sie die Saison mit 45 Siegen, 23 Niederlagen und einem Titel; in ihren letzten zehn Partien gewann sie sieben und verlor drei. Ihr Jahr 2026 brachte Viertelfinals bei den WTA-1000-Turnieren in Toronto und Peking, aber auch zwei Drittrunden-Aus bei Grand Slams, in Wimbledon und bei den US Open.
In Peking hatte sie Aliaksandra Sasnovich 6:1, 6:4, Diana Shnaider 3:6, 6:4, 6:3 und Linda Noskova 6:2, 6:2 geschlagen, bevor sie im Viertelfinale Andreeva 6:7(4), 6:7(3) unterlag. In Ningbo begann sie mit einem 6:2, 6:3 gegen Hanyu Guo. In Wuhan war sie dagegen in der zweiten Runde ausgeschieden, geschlagen von ihrer nächsten Gegnerin. Und genau hier wird der Turnierbaum interessant.
Am Freitag, 23. Oktober, trifft Alexandrova im Viertelfinale auf Leylah Annie Fernandez. Die Kanadierin, Nummer 28 der Welt mit 1.814 Punkten, besiegte Sasnovich im Achtelfinale 7:5, 6:7(3), 6:3, im bislang längsten Match des Turniers mit 34 Spielen. In der Runde davor hatte sie Elise Mertens mit 2:6, 6:3, 7:5 bezwungen. Laut Associated Press war es ihr elfter Sieg in den letzten 14 Spielen.
Die direkten Duelle stehen 3:2 für Alexandrova. Die Russin gewann 2022 in Cincinnati mit 6:4, 7:5, bei den US Open 2023 mit 7:6(4), 5:7, 6:4 und 2025 in Adelaide mit 6:4, 3:6, 6:2. Fernandez setzte sich 2022 in Adelaide mit 6:3, 6:4 durch und vor allem kürzlich in Wuhan mit 6:4, 3:6, 6:3. Drei der fünf Begegnungen gingen in den dritten Satz, was ein weiteres hart umkämpftes Match erwarten lässt.
Fernandez kommt mit Rückenwind. Die 24-jährige Kanadierin gewann in diesem Jahr die Singapore Tennis Open und schlug im Finale Talia Gibson 7:5, 6:0, nachdem sie im Viertelfinale Mirra Andreeva und im Halbfinale Maja Chwalinska ausgeschaltet hatte. Ihre Karrierebestmarke ist Platz 24, erreicht am 7. Juli 2026, und von ihren letzten zehn Spielen hat sie acht gewonnen. 2025 holte sie zwei Titel.
Auch die Rangliste steht auf dem Spiel. 2025 stand Alexandrova in Ningbo im Finale, das sie 3:6, 6:0, 6:2 gegen Rybakina verlor, und diese 325 Punkte verfallen mit der Ausgabe 2026. Das theoretische Maximum nach einem möglichen Titel würde sie laut Website auf 2.091 Punkte bringen; jede gewonnene Runde dient also vor allem dazu, den Schaden zu begrenzen.
Das Turnier geht derweil weiter. Die Ausgabe 2026 begann am 19. Oktober und umfasst 26 Spielerinnen aus 19 Ländern; Russland mit drei Spielerinnen im Feld ist die am stärksten vertretene Nation. Bisher wurden 16 Partien gespielt, mit vier Tiebreaks und zwei Aufgaben: Kostyuks und die von Jelena Ostapenko gegen Belinda Bencic beim Stand von 6:3, 1:1. Den Titel 2025 holte Rybakina; 2024 siegte Daria Kasatkina gegen Andreeva mit 6:0, 4:6, 6:4.
Das andere bereits feststehende Viertelfinale wird rein tschechisch. Sara Bejlek besiegte Sorana Cirstea 7:6(3), 6:4, Marie Bouzkova setzte sich gegen Anastasia Zakharova 7:5, 6:2 durch, und am Freitag spielen sie um einen Platz im Halbfinale. Am Donnerstag, 22. Oktober, stehen noch vier Achtelfinals an: Iva Jovic gegen Jasmine Paolini, Katarzyna Kawa gegen Bencic, Alexandra Eala gegen Shnaider und Rybakina gegen Polina Kudermetova.
Für Italien ist Paolini der Name, den man im Auge behalten sollte: Sie ist die einzige verbliebene Italienerin im Feld und trifft am Donnerstag auf Jovic. Wer sie schlägt, gesellt sich im Viertelfinale zu Bejlek, Bouzkova, Fernandez und Alexandrova.
Alexandrovas Bilanz gegen Kostyuk steht nun 3:1 für die Russin. Der erste Sieg gelang 2021 in Rom, 6:3, 6:1; der zweite 2022 in Portorož in drei Sätzen, 7:6(5), 5:7, 7:5. Dann kamen die US Open 2026 für die Ukrainerin und jetzt dieser Sieg durch Aufgabe. Im Turnierbaum wird immer 6:4 Aufg. stehen, aber das eigentliche Match beginnt für Alexandrova am Freitag.
Kostyuk bleiben Platz 10 in der Rangliste, der beste ihrer Karriere, und die Erholung, über die sie selbst geschrieben hat. Alexandrova hat die konkrete Chance, eine Saison mit Licht und Schatten in einen Herbst zu verwandeln, an den man sich erinnert, mit dem Finale des Vorjahres noch im Kopf und einem Turnier, das Spiel für Spiel zu gewinnen ist.
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3 Fragen zu dem, was du gerade gelesen hast.
1. Wie lautete das Ergebnis zum Ende des Matches Alexandrova gegen Kostyuk?
2. Welche Spielerin sicherte sich den letzten Einzelplatz bei den WTA Finals?
3. Auf wen trifft Alexandrova im Viertelfinale?