Alexandra Eala hat das unbequemste Match ihres Turniers überstanden und steht nun im Viertelfinale des Toray Pan Pacific Open in Tokio. Im Achtelfinale besiegte die Philippinerin die Australierin Talia Gibson 4-6 6-2 6-0: Nach dem verlorenen ersten Satz gewann sie zwölf der folgenden vierzehn Spiele und beendete die Partie mit einem Satz, der keine Gegenwehr mehr zuließ.
Im Viertelfinale wartet Diana Shnaider, die Nummer 13 der WTA-Rangliste. Es ist dieselbe Spielerin, die sie vor einer Woche im Achtelfinale von Ningbo gestoppt hat, das Duell hat also schon den Beigeschmack einer Revanche. Manchmal hat die Auslosung Humor.
Ein Blick auf die Rangliste lohnt sich, denn der Abstand ist gering. Laut Spielerprofil der Seite ist Eala Nummer 19 mit 2.296 Live-Punkten, 55 mehr als zu Turnierbeginn. Vor ihr liegen Amanda Anisimova (Nr. 17, 2.363 Punkte, 67 Vorsprung) und Naomi Osaka (Nr. 18, 2.342, +46). Dahinter ist Belinda Bencic (Nr. 20) 74 Punkte entfernt. Ealas beste Platzierung ist Rang 18, erreicht am 24. August 2026.
Die Partie gegen Gibson war eine Aufholjagd im besten Sinn. Die Australierin gewann den ersten Satz 6-4, dann schaltete Eala einen Gang hoch: 6-2 im zweiten und 6-0 im dritten Satz, einer von nur zwei Sätzen im gesamten Tokioter Tableau, die zu null endeten. Den anderen holte Gibson selbst, im ersten Satz gegen Daria Kasatkina.
Gibson war keine Gegnerin, die man unterschätzen durfte. Nach der Rangliste der Seite startete sie als Nr. 36 mit 1.361 Punkten und hatte seit dem 3. August 36 Plätze gutgemacht. In Tokio hatte sie mit einem 6-0 7-5 gegen Kasatkina begonnen. In Singapur erreichte sie auf dem Indoor-Hartplatz das Finale und schlug dabei unter anderem Maria Sakkari 6-1 4-6 6-2, bevor sie Leylah Annie Fernandez 7-5 6-0 unterlag.
Für Eala ist es auch eine Antwort auf einen durchwachsenen Herbst. In Singapur schied sie im Achtelfinale gegen Tatiana Prozorova aus (4-6 7-5 6-3), in Wuhan in der zweiten Runde gegen Han Shi (4-6 6-3 6-3), in Ningbo im Achtelfinale gegen Shnaider. In den letzten zehn Spielen steht die Bilanz laut Profil bei fünf Siegen und fünf Niederlagen. In Tokio hat sie dagegen bereits zwei Partien gewonnen: Zum Auftakt besiegte sie die britische Wildcard-Spielerin Mika Stojsavljevic als Nummer 8 der Setzliste 6-1 6-2 in 75 Minuten.
Dennoch hatte 2026 echte Höhepunkte. Sie gewann den Titel in Washington, ein WTA 500 mit 500 Punkten, und erreichte das Achtelfinale in Wimbledon (240 Punkte), Toronto und Cincinnati (je 120 Punkte). In Cincinnati unterlag sie Anisimova 4-6 6-4 6-2; bei den US Open war in der dritten Runde gegen Iva Jovic Schluss, 7-5 3-6 7-5. In ihren letzten 30 Spielen kommt sie auf 17 Siege und 13 Niederlagen.
Shnaider reist in solider Form an. Sie ist Nummer 13, zugleich ihre beste Platzierung, erreicht am 14. September 2026, und hat 2.903 Live-Punkte, 105 mehr als zu Turnierbeginn. Sieben ihrer letzten zehn Spiele hat sie gewonnen. Im Achtelfinale schlug sie Aliaksandra Sasnovich 6-3 5-7 6-3 und gab dabei einen Satz ab.
Die Russin erlebt einen starken Herbst: Halbfinale in Ningbo, wo sie Putintseva 7-5 7-6(4), Jovic 6-3 4-6 6-1 und Eala 7-5 6-4 besiegte, bevor sie Elena Rybakina 6-3 7-5 unterlag, und Viertelfinale in Wuhan, wo Jelena Ostapenko sie 7-6(6) 6-1 stoppte. 2025 gewann sie den Titel in Monterrey, ein 500er-Turnier.
Die direkte Bilanz mit Eala besteht aus einer einzigen Begegnung, und die ist frisch. In Ningbo gewann Shnaider 7-5 6-4 und verwandelte nach einer Stunde und 55 Minuten ihren siebten Matchball, wie die WTA berichtete. Es war das erste Duell der beiden auf Profiebene: Das einzige Juniorenduell 2019 in Osaka ging mit 6-1 6-3 an Eala. Auf unserer Seite zum direkten Vergleich steht es daher 1-0 für die Russin.
Es war ein Match mit ständigen Breaks. Ab dem 4-4 im ersten Satz waren acht der folgenden neun Spiele Breaks, und Eala gab als Erste ihren Aufschlag ab, mit einer Vorhand ins Aus. Die Zahlen des ersten Satzes sprachen für Shnaider: 16 Gewinnschläge gegen 13 und nur sieben unerzwungene Fehler gegenüber 11 der Philippinerin.
Dazu kommt ein technischer Aspekt, denn hier treffen zwei Linkshänderinnen aufeinander, zwei der drei bestplatzierten der Tour. Shnaider beschrieb, warum das knifflig ist: „Man erwartet den Slice-Aufschlag in den Körper, definitiv etwas mehr Variation und eine andere Art, den Ball zu treffen.“ Sie fügte hinzu, dass man die ersten Spiele braucht, um sich an den Spin zu gewöhnen und Stärken und Schwächen zu erkennen. Das sagte sie im Interview auf dem Platz nach dem Match in Ningbo.
Gegen andere Linkshänderinnen kommt Shnaider laut Zahlen besser zurecht: Auf der Tour steht sie in diesen Duellen bei 11-9, Eala bei 1-4. Das ist kein Urteil, aber ein Zeichen dafür, dass die Philippinerin früh Antworten finden muss, vielleicht schon in den ersten Spielen.
Das Turnier hat unterdessen mehrere prominente Namen verloren. Die WTA meldete, dass die an Position 2 gesetzte Maja Chwalinska und die an 4 gesetzte Titelverteidigerin Bencic zurückgezogen haben. Bencic hatte 2025 im Finale Linda Noskova 6-2 6-3 besiegt; vor ihr gewannen Qinwen Zheng 2024, Veronika Kudermetova 2023 und Liudmila Samsonova 2022. Es gibt also garantiert eine neue Siegerin.
Im anderen Viertelfinale trifft Kamilla Rakhimova auf Maya Joint. Rakhimova schaltete Ekaterina Alexandrova 6-4 4-6 7-6(5) aus, das längste Match des Turniers mit 33 Spielen, während Joint Cristina Bucsa 6-1 2-6 6-4 besiegte. Im Spielplan der Seite stehen noch die Achtelfinals Alycia Parks gegen Kimberly Birrell, Leylah Annie Fernandez gegen Elise Mertens, Naomi Osaka gegen Mia Pohankova und Elena Rybakina gegen Yulia Putintseva.
Es steht weit mehr als Stolz auf dem Spiel. In Tokio bringt der Titel 500 Punkte, das Finale 325, das Halbfinale 195 und das Viertelfinale 105. Für Spielerinnen wie Eala, die um einen Platz zwischen Rang 17 und 20 kämpfen, kann jede weitere Runde die Gewichte deutlich verschieben. Das Turnier begann am 26. Oktober mit 26 Spielerinnen aus 19 Nationen.
Nun hat die Philippinerin etwa einen Tag, um sich zu erholen und die Revanche vorzubereiten. Die Frage ist einfach: Kann die Eala, die Gibson mit einem 6-0 abgefertigt hat, diese Klarheit auch gegen eine Linkshänderin zeigen, die sie in Ningbo nach sieben Matchbällen besiegt hat? Das Viertelfinale wird es zeigen.
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3 Fragen zu dem, was du gerade gelesen hast.
1. Mit welchem Ergebnis schlug Eala Gibson im Achtelfinale?
2. Gegen wen spielt Eala im Viertelfinale?
3. Wie viele Punkte bringt der Titel in Tokio?