Lorenzo Musetti hat den Grand Prix Auvergne-Rhône-Alpes in Lyon gewonnen, ein ATP-250-Turnier auf Hartplatz in der Halle. Im Finale schlug er Taylor Fritz mit 6:3, 6:4. Laut dem Bericht von Ubitennis dauerte die Partie eine Stunde und 22 Minuten. Ein klares Finale gegen einen Gegner, der bis dahin die ganze Woche keinen einzigen Satz abgegeben hatte.
Es ist der dritte ATP-Titel in Musettis Karriere und der erste seit mehr als vier Jahren: Der letzte gelang ihm im Oktober 2022 in Neapel, im Finale gegen Matteo Berrettini. Dazwischen lag eine lange Serie verlorener Endspiele. Allein in den Saisons 2024 und 2025 hatte der Italiener bei den von dieser Seite erfassten Turnieren der Haupttour sechs Finals gespielt und keines gewonnen.
Der Titel zählt auch in der Rangliste. Vor dem Finale führte das Live-Ranking Musetti auf Platz 26 mit 2.035 Punkten, die 165 Punkte für den Finaleinzug bereits eingerechnet. Der Titel bringt 250, also 85 mehr: Der Italiener kommt auf 2.120 Punkte, überholt Karen Khachanov (2.040) und Casper Ruud (2.095) und steigt im Live-Ranking auf Platz 24. Direkt vor ihm liegt Luciano Darderi mit 2.185.
Für Fritz ändert die Niederlage in der Rangliste wenig. Der US-Amerikaner bleibt bei 3.045 Punkten auf Platz 13 des Live-Rankings, 45 Punkte hinter Novak Djokovic. Aus Lyon nimmt er trotzdem die 165 Punkte für das Finale mit.
Musettis Weg war alles andere als geradlinig. Zum Auftakt besiegte er seinen Landsmann Matteo Arnaldi 6:1, 6:4, danach den jungen Franzosen Moïse Kouamé 6:4, 6:4. Im Viertelfinale gegen Luca Van Assche brauchte er einen dritten Satz: 7:6, 6:7, 6:4, nachdem er den Tiebreak des zweiten Satzes mit 7:9 verloren hatte.
Der Wendepunkt war das Halbfinale gegen Flavio Cobolli, den an Nummer eins gesetzten Spieler des Turniers. Musetti verlor den ersten Satz 4:6, dominierte den zweiten 6:2 und gewann den dritten 7:5, nachdem er vier Matchbälle abgewehrt hatte, wie die ATP auf ihrer Website berichtete. Ein italienisches Duell, das seine Woche verändert hat.
Fritz, an Nummer zwei gesetzt, war ohne Kraftverlust ins Finale gekommen. Nach einem Freilos in der ersten Runde schlug er Pierre-Hugues Herbert 6:2, 7:5, Daniel Altmaier 7:6, 6:2 und im Halbfinale seinen Landsmann Tommy Paul 6:3, 7:5. Drei Matches, sechs gewonnene Sätze, keiner verloren: Auf dem Papier war er der Favorit.
Im Finale drehte sich das Drehbuch jedoch um. Musetti holte sich den ersten Satz mit 6:3 und machte den zweiten mit 6:4 zu, ohne Fritz die Chance zu geben, die Partie zu verlängern. Für einen Spieler, der in den vergangenen Saisons so oft an der letzten Hürde gescheitert war, ist ein Finalsieg in zwei Sätzen schon eine Nachricht für sich.
Das Match verändert auch die direkte Bilanz. In den von dieser Seite erfassten Duellen (Grand Slams, Masters 1000, ATP 500 und 250) führte Musetti mit 2:1: Fritz gewann in der ersten Runde von Wimbledon 2022, der Italiener setzte sich im Viertelfinale von Wimbledon 2024 in fünf Sätzen und in der zweiten Runde von Monte-Carlo 2024 mit 6:4, 6:4 durch. Mit Lyon steht es nun 3:1.
Lyon folgt auf einen schwierigen Sommer. Seit dem 27. Juli hatte Musetti 11 Plätze in der Rangliste verloren. Sein bestes Ergebnis des Sommers war das Viertelfinale in Cincinnati, danach folgten Zweitrunden-Niederlagen bei den US Open gegen Dane Sweeny und in Shanghai gegen Yi Zhou.
Sein Jahr 2025 war zudem von großer Konstanz geprägt, aber ohne Trophäe: 44 Siege und 20 Niederlagen auf der Haupttour, drei Finals, kein Titel. 2024 hatte er mit 30 Siegen, 26 Niederlagen und drei weiteren verlorenen Finals abgeschlossen. Der Titel in Lyon beendet genau diese Serie.
Fritz dagegen ist ein Spieler, der es gewohnt ist, Finals zu gewinnen. Zwischen 2021 und 2025 hat er bei den von dieser Seite erfassten Turnieren zehn Endspiele bestritten und sechs gewonnen. Sein Jahr 2025 endete mit 44 Siegen, 19 Niederlagen und zwei Titeln: Top-10-Zahlen, die erklären, warum er in Lyon als Favorit ins Turnier ging.
Für das italienische Tennis war es eine volle Woche. Im Tableau standen fünf Italiener: neben Musetti auch Flavio Cobolli, Matteo Arnaldi, Lorenzo Sonego und Matteo Berrettini. Sonego unterlag Kouamé 6:7, 4:6, Berrettini dem Franzosen Kyrian Jacquet 6:7, 5:7. Musetti spielte vier seiner fünf Matches gegen einen Landsmann oder einen Franzosen vor heimischem Publikum und gewann sie alle.
Das Turnier war sehr ausgeglichen. Vor dem Finale waren 26 Matches gespielt worden, mit 16 Tiebreaks und 12 Partien, die über die volle Distanz gingen. Im Tableau standen 28 Spieler aus 12 Nationen, angeführt von Frankreich mit zehn. Das längste Match bestritten Daniel Altmaier und Titouan Droguet: 38 Spiele, Endstand 5:7, 7:6, 7:6.
Jetzt kommt der schwierige Teil: die Bestätigung. In den kommenden sechs Wochen muss Musetti 215 Punkte verteidigen: 50 aus der dritten Runde des Masters in Paris 2025 und 165 aus dem Finale von Athen im vergangenen Jahr. Mit dem Titel von Lyon geht er diesen Teil der Saison mit etwas mehr Spielraum an und vor allem mit dem Selbstvertrauen eines Spielers, der wieder gewinnt.
Fritz muss im selben Zeitraum 100 Punkte verteidigen. Das Finale in Lyon bringt ihm dennoch wertvolle Punkte und bestätigt seine stabile Form: drei Matches ohne Satzverlust vor dem Endspiel. Für Musetti dagegen gibt es nur eine Nachricht: Nach vier Jahren und einer langen Serie verpasster Finals hält er endlich wieder einen Pokal in den Händen.
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1. Mit welchem Ergebnis gewann Musetti das Finale in Lyon?
2. Wie viele Matchbälle wehrte Musetti im Halbfinale gegen Cobolli ab?
3. Wo hatte Musetti vor Lyon seinen letzten Titel gewonnen?