Vier Halbfinalistinnen, keine klare Favoritin und ein Finale, das noch offen ist. Beim Toray Pan Pacific Open in Tokio, einem WTA-500-Turnier auf Hartplatz, spielen am Samstag, dem 31. Oktober, Leylah Annie Fernandez gegen Kamilla Rakhimova und Diana Shnaider gegen Mia Pohankova. Viele der am meisten erwarteten Spielerinnen sind ausgeschieden, und das Turnier hat seinen eigenen Weg genommen.
Das Feld bestand anfangs aus 28 Spielerinnen aus 19 Ländern. Nach 23 Partien sind noch vier übrig, die Kanada, Usbekistan, Russland und die Slowakei vertreten. Bisher gab es 8 Tie-Breaks, 8 Partien mit Entscheidungssatz, zwei Sätze mit 6-0 und ein Walkover. Die Zahlen zeigen eine ausgeglichene Woche, in der die Prognosen wenig zählten.
Beginnen wir mit Fernandez. Die Kanadierin ist in der Live-Rangliste die Nummer 21 mit 2.079 Punkten, 105 davon in dieser Woche gesammelt. Im Achtelfinale schlug sie Elise Mertens 6-2 7-6(8) und gewann einen sehr langen Tie-Break, nach dem 6-2 6-4 in der dritten Runde gegen Himeno Sakatsume. Im Viertelfinale traf sie auf Elena Rybakina: Das Tableau verzeichnet das Weiterkommen ohne Ergebnis, das sich erzählen ließe.
Fernandez' Saison ist gut verlaufen. Sie gewann den Titel in Singapur, einem WTA-500-Turnier, das 500 Punkte bringt, und erreichte das Finale in Ningbo, wo sie gegen Rybakina 6-2 6-2 verlor. In Wuhan, bei einem WTA 1000, schied sie im Achtelfinale aus, bei den US Open in der dritten Runde. In ihren letzten 10 Spielen hat sie 8 gewonnen und 2 verloren.
Auf der anderen Seite des Netzes steht Rakhimova, 25 Jahre alt, Nummer 45 der Live-Rangliste mit 1.171 Punkten. Im Viertelfinale schlug sie Maya Joint 7-5 5-7 6-1, nachdem sie im Achtelfinale Ekaterina Alexandrova 6-4 4-6 7-6(5) besiegt hatte. Dieses Spiel mit 33 Games war das längste des gesamten Turniers: Rakhimova hat das Halbfinale erreicht, ohne sich zu schonen.
Für sie war der Weg nicht immer leicht. 2025 beendete sie das Jahr mit 9 Siegen und 19 Niederlagen, und auf der Haupttour steht ihre Bilanz zwischen 2021 und 2025 bei 35 Siegen und 60 Niederlagen, ohne Titel oder Finale. In diesem Jahr erreichte sie die dritte Runde der US Open, wo sie Aryna Sabalenka 6-3 6-4 unterlag, und in Peking. Mit dem Halbfinale hat sie bereits 195 Punkte eingefahren.
Es gibt auch eine frühere Begegnung, an die man erinnern sollte. In Peking, in der zweiten Runde des WTA 1000, schlug Rakhimova Fernandez 6-2 4-6 6-3. Es ist nur ein Spiel, aber es erinnert die Kanadierin daran, dass die Usbekin wehtun kann, wenn sich das Match in die Länge zieht. Am Samstag beginnt die Geschichte bei null, mit 195 Punkten für die Siegerin und einem Finale in Reichweite.
Im zweiten Halbfinale steht Shnaider, Nummer 13 der Live-Rangliste mit 2.903 Punkten. Die Russin schlug im Achtelfinale Aliaksandra Sasnovich 6-3 5-7 6-3 und im Viertelfinale Alexandra Eala 2-6 7-6(5) 6-4, womit sie ein Spiel drehte, das nach dem ersten Satz verloren schien. Platz 13 ist zugleich ihre Karrierebestmarke, erreicht am 14. September.
Ihre Saison besteht aus vielen Wochen zwischen frühen und späten Runden. Sie spielte das Halbfinale in Ningbo, das sie gegen Rybakina 6-3 7-5 verlor, die Viertelfinals in Wuhan und Toronto und das Halbfinale in Washington. 2024 hatte sie vier Titel gewonnen, 2025 einen. In ihren letzten 30 Spielen kommt sie auf 21 Siege und 9 Niederlagen.
Dann ist da Pohankova, die Überraschung des Turniers. Die Slowakin wurde am 21. Oktober 18 Jahre alt und ist die Nummer 126 der Live-Rangliste mit 609 Punkten, 96 Plätze mehr als am 9. September. In Tokio schlug sie Tereza Valentova 6-1 6-4, Naomi Osaka 6-3 7-5 und im Viertelfinale Alycia Parks 7-6(3) 6-3.
Ihr Weg besteht aus kleineren Turnieren und rasantem Wachstum. 2025 hatte sie drei Spiele auf der Haupttour bestritten, mit zwei Siegen. In diesem Jahr erreichte sie die Halbfinals bei den WTA-125-Turnieren in Porto und Caldas da Rainha, dann das Achtelfinale in Wuhan, wo sie gegen Maria Sakkari 6-1 6-4 verlor. In ihren letzten 16 Spielen hat sie 12 gewonnen und 4 verloren.
Gegen Shnaider gibt es in den Daten der Seite keine frühere Begegnung, und der Abstand in der Rangliste beträgt 113 Plätze. Pohankova hat aber bereits gezeigt, dass sie wichtige Momente übersteht: Gegen Parks gewann sie den ersten Satz im Tie-Break, und Osaka schlug sie in zwei Sätzen. Auf dem Papier ist sie nicht die Favoritin, aber in Tokio hat sich das Papier schon mehrfach geirrt.
Es steht viel auf dem Spiel. In Tokio bringt das Halbfinale 195 Punkte, das Finale 325 und der Titel 500. Gewinnt sie das Turnier, kommt Fernandez auf 2.474 Punkte, Shnaider auf 3.298, Rakhimova auf 1.476 und Pohankova auf 1.004. Für Pohankova bedeutete der Titel einen Sprung von fast 400 Punkten gegenüber den aktuellen 609.
Das Turnier hat auch eine Geschichte zu verteidigen. 2025 gewann Belinda Bencic gegen Linda Noskova 6-2 6-3, 2024 Qinwen Zheng gegen Sofia Kenin 7-6(5) 6-3, 2023 Veronika Kudermetova gegen Jessica Pegula 7-5 6-1 und 2022 Liudmila Samsonova erneut gegen Zheng 7-5 7-5. Keine der vier diesjährigen Halbfinalistinnen steht in der jüngeren Siegerliste.
Was passiert jetzt? Die beiden Halbfinals am Samstag entscheiden, wer den letzten Akt des japanischen WTA-500-Turniers erreicht. Fernandez und Shnaider haben die Rangliste auf ihrer Seite, Rakhimova und Pohankova den Vorteil, nichts zu verlieren zu haben. Wenn das Turnier so weitergeht, wie es begonnen hat, kann noch alles passieren.
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3 Fragen zu dem, was du gerade gelesen hast.
1. Wer schlug Fernandez bei der Begegnung in Peking 2026?
2. Mit welchem Ergebnis schlug Shnaider Eala im Viertelfinale?
3. Wie viele Punkte bringt der Titel in Tokio?