Alejandro Davidovich Fokina hat das Rolex Shanghai Masters 2026 gewonnen. Im rein spanischen Finale am Sonntag schlug er Rafael Jodar 1:6, 7:6 (5), 6:4, nachdem er den ersten Satz verloren hatte und im zweiten mit einem Break zurücklag. Es ist sein erster Titel bei einem Masters-1000-Turnier und der größte seiner Karriere.
Der Sieg bringt 1.000 Punkte. In der Live-Rangliste der Website klettert Davidovich Fokina mit 2.880 Punkten auf Platz 14, punktgleich mit Taylor Fritz. Laut ATP wird er am Montag in der offiziellen Rangliste Platz 13 belegen: ein neues Karrierehoch. Jodar erhält 650 Punkte und bleibt auf Platz 11, 16 Punkte hinter dem Zehnten Arthur Fils.
Für den 20-jährigen Jodar war das Finale auch die Eintrittskarte in die Top 10. Ein Sieg hätte gereicht, um erstmals dorthin vorzustoßen. Die Tür bleibt einen Spalt offen: Der Abstand zu Fils ist minimal, und die europäische Hallensaison bietet noch viele Punkte.
Der Start gehörte ganz Jodar. Ein Break im zweiten Spiel, ein weiteres zum 5:1, und der erste Satz ging diskussionslos mit 6:1 an ihn. Laut ATP ließ Jodar im ersten Durchgang keinen Breakball zu und gewann alle sieben Ballwechsel mit mehr als neun Schlägen.
Im zweiten Satz schien die Partie entschieden. Jodar nahm seinem Landsmann erneut den Aufschlag ab und lag mit einem Satz und einem Break vorne. Davidovich Fokina antwortete sofort mit dem Rebreak, dem ersten echten Riss im Spiel des Jüngeren.
Von da an begann ein anderes Finale. Davidovich Fokina wehrte beim Stand von 4:3 einen Breakball ab, bei 5:4 zwei und bei 6:5 noch einmal zwei, immer unter Druck bei eigenem Aufschlag. Der Tiebreak war der Wendepunkt: Er gewann ihn 7:5 und erzwang den dritten Satz.
Im Entscheidungssatz tauschten beide in den ersten Spielen je ein Break. Dann nahm Davidovich Fokina Jodar im fünften Spiel den Aufschlag ab und gab den Vorsprung nicht mehr her. Nach zwei Stunden und 28 Minuten machte er mit 6:4 alles klar.
„Ich habe gerade keine Worte, mein Kopf ist leer“, sagte Davidovich Fokina nach dem Finale laut ATP. Zum Wendepunkt: „Im Tiebreak habe ich wieder an mich geglaubt und versucht, den Ball zu spielen. Er hat überragendes Tennis gespielt.“
Es war das erste Duell der beiden. Zwei unterschiedliche Geschichten: Davidovich Fokina ist 27 und seit Langem auf der großen Tour, Jodar ist 20 und spielte vor einem Jahr noch Challenger-Turniere. Die Website verzeichnet seinen Sieg beim Challenger in Lincoln 2025.
Für Davidovich Fokina endet damit ein Fluch. Bis zu diesem Jahr hatte er alle fünf Endspiele auf der großen Tour verloren, darunter Monte Carlo 2022, sein einziges Masters-1000-Finale vor Shanghai. 2026 hat er drei von drei Finals gewonnen: Mallorca, Chengdu und jetzt Shanghai.
Seine Woche war eine Serie von Aufholjagden. Zum Auftakt schlug er Jenson Brooksby 6:1, 6:3. Dann setzte er sich gegen Frances Tiafoe 7:6 (4), 4:6, 7:6 (6) durch und wehrte laut ATP einen Matchball ab. Im Achtelfinale drehte er die Partie gegen Hubert Hurkacz 1:6, 6:3, 7:6 (6).
Im Viertelfinale gab Arthur Gea beim Stand von 4:1 für den Spanier auf. Das Halbfinale brachte den wichtigsten Sieg vor dem Endspiel: den an Nummer eins gesetzten Alexander Zverev, geschlagen 5:7, 6:4, 6:3. Auch dort hatte Davidovich Fokina, wie im Finale, den ersten Satz verloren.
Jodars Weg war ebenso überzeugend. In der zweiten Runde schlug er Thiago Agustin Tirante 4:6, 6:2, 6:3, in der dritten Jiri Lehecka 4:6, 7:6 (2), 6:4 und im Achtelfinale Botic Van De Zandschulp 6:7 (4), 6:4, 6:2. Drei Aufholjagden in Folge vor der zweiten Woche.
Im Viertelfinale drehte er auch das Match gegen Casper Ruud, 4:6, 6:4, 6:3. Das Halbfinale dagegen verlief glatt: Daniil Medvedev, geschlagen 6:3, 6:4. „Ich glaube, ich habe die richtige Einstellung, und ich spiele hier in Shanghai gut“, sagte er laut ATP nach diesem Match.
Jodars Saison bleibt außergewöhnlich. Die Website verzeichnet sein Finale beim ATP-500-Turnier in Washington und sein Halbfinale beim Masters 1000 in Montreal; laut ATP gewann er in Marrakesch seinen ersten Titel. Er verlässt China als Neunter im Race zu den Finals in Turin, knapp innerhalb der Qualifikationsplätze.
Shanghai hat zum dritten Mal in Folge einen neuen Sieger. 2025 gewann Valentin Vacherot, der im Finale Arthur Rinderknech 4:6, 6:3, 6:3 schlug. 2024 war Jannik Sinner an der Reihe, 7:6 (4), 6:3 gegen Novak Djokovic, und 2023 Hubert Hurkacz gegen Andrey Rublev.
Es war ein langes und umkämpftes Turnier. Gespielt wurden 173 Matches mit 91 Tiebreaks, 69 Partien gingen über die volle Distanz. Das längste war das Duell zwischen Yannick Hanfmann und Kamil Majchrzak, das nach 39 Spielen mit 6:7 (4), 7:6 (3), 7:6 (7) endete.
Spanien kam mit sieben Spielern nach Shanghai und brachte zwei ins Finale. Keine Nation schnitt besser ab, auch nicht die USA, die mit zwölf Spielern am stärksten im Feld vertreten waren, aber nicht über das Viertelfinale hinauskamen.
Nun zieht die Tour für die Hallensaison nach Europa. Für Jodar sind die Top 10 nur einen Schritt entfernt; Davidovich Fokina hat eine neue Platzierung zu verteidigen: In den nächsten sechs Wochen fallen bei ihm 430 Punkte weg, wenig im Vergleich zu den 1.000, die er gerade gewonnen hat.
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